Die Entstehung der PhönixKV Braunschweiger Rassegeflügelzüchterder Tradition verbunden - der Zukunft zugewandt
Die nachfolgenden Anmerkungen zur Entstehung der Phönixberuhen größtenteils auf den Äußerungen von Rolf Ismer inseinem 1989 erschienenen Buch „Schöne Japaner-, Phönixund Zwergphönix-Hühner“, Satz, Druck und Einband:Kawemeyer & Schmidt GmbH.In der chinesischen Literatur soll schon um etwa 200 v.Chr.von langschwänzigen Hühnern berichtet worden sein. Seitetwa 700 n.Chr. wurde die japanische Inselwelt zur Heimatvon Hühnern mit langem Gefieder. Wie viele langschwänzigeHühnerrassen es gab, und ob sie in Reinzucht gezüchtetwurden, ist unklar. Es gibt aber Berichte, dass Hühner mitlangem Krähruf, Hähne zum Kampfsport und langschwänzigeHühnerrassen gezüchtet worden sind. Die langenHahnenfedern wurden zum Schmücken von Helmen undSpeeren der Krieger gebraucht und wurden deshalb anKaiser- und Fürstenhöfen von den Züchtern mit hohemGewinn verkauft. Ab dem 17. Jahrhundert sind mehrerejapanische Rassen langschwänziger Hühner verbürgt.Die ersten Importe nach Deutschland wurden von R. D.Wichmann aus Hamburg im Jahre 1878 vorgenommen. Eswaren ein silberhalsiger und ein goldhalsiger Hahn. BeideHähne wurden im Mai 1878 von Wichmann auf einerKunstausstellung in Osaka gekauft, wo diese in hohenHolzkisten ausgestellt waren. Der Körperbau dieser Tiereentsprach dem gewöhnlicher Landhühner, außergewöhnlichwaren aber ihre drei Fuß langen Sattelfedern und sechs Fußlangen Schwanzfedern. Die Sattelfedern waren sehreigenartig, sie glichen eher Bändern als Federn. Dersilberhalsige Hahn verstarb sechs Wochen nach der Ankunft in Deutschland. Der goldhalsige Hahn überlebte etwa einJahr. Die Hennen waren nicht in Osaka ausgestellt worden und entsprachen den Hähnen nicht im Rassetyp. Die eineHenne war eine schlecht gezeichnete silbergraue, die zu den Jokohamas tendierte. Die zweite Henne war einegesperberte, zu den Malaien tendierende Henne. Der Verkäufer der Hühner garantierte Wichmann jedoch die gleicheAbstammung der Hühner. Dies ist jedoch zu bezweifeln, da die Hähne weiße Ohrscheiben und einen Einfachkammhatten und die weißen Ohrscheiben den Hennen fehlten. Zudem waren die Hennen malaienkämmig. Durch Wichmannerfolgte die Namensgebung für dieses Rassensammelsurium. Da Wichmann neben den Hähnen auch die Federn vomvorigen Jahr kaufte und auf der Rechnung „Federn des Phönix“ stand, taufte er die Rasse „Phönix Hühner“.Ab 1879 züchteten Wichmann jun. und Hugo du Roi, Braunschweig, mit diesen ersten Importen weiter. Da die Basissehr klein war, wurden Einkreuzungen vorgenommen. Man kreuzte den goldhalsigen Importhahn mit englischenKämpferhennen. Die Kreuzungstiere daraus wurden an die Importhennen verpaart. Dieses waren die Anfänge derplanmäßigen Phönixzucht.In den folgenden Jahren wurden mehrfach weitere langschwänzige Hühner unterschiedlicher Farben nach Europaimportiert. Aus den Schilderungen damaliger Autoren geht auch nicht klar hervor, ob die Hähne eine jährliche Mauserdurchmachten oder nicht. Da auch verschiedene Kammbildungen vorkamen, gab es auch Tiere darunter, die mehrÄhnlichkeit mit den Jokohamas hatten. Da Autoren jedoch auch von Hähnen mit 3 Meter Schwanzlänge berichten,müssen auch reine Onagadori dabei gewesen sein. Ebenfalls wurde von Hähnen mit 5-zehigen Füßen berichtet.Als damaliges Hauptzuchtgebiet und damit als Herkunftsland der Phönix ist das Herzogtum Braunschweig zu nennen.Unter der Führung von Kommerzienrat Hugo du Roi entstand aus den importierten Tieren die Rasse der Phönix. Sostanden auf der Nationalen 1893 21 Paare Phönix. Der maßgebende Einfluss von du Roi wird auch durch den Umstandbestätigt, dass es nach seinem Tode, am 19.01.1911, still um die Phönix wurde. Seine Zucht erlosch und die Tierewurden in alle Winde verstreut. Bis in die dreißiger Jahre wurden immer noch vereinzelt Phönix auf den Ausstellungengezeigt. 1931 standen auf der Nationalen noch einmal 28 Phönix in gold und silber. In den folgenden Jahren wurde esrecht still um die Zucht der Phönix in Deutschland. Einige Züchter hielten im Verborgenen Phönix, auch erschienen inunregelmäßigen Abständen Berichte in den Fachzeitschriften.Betreut werden die Phönix seit 1921 vom Sonderverein der Züchter der Phönix, Zwerg- Phönix und Onagadori von 1921e. V. Volker PinkernelleKlaus Lemke mit einem wildfarbigen Phönixhahn